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Designinfos: Ausbildung/Berufsbilder

Ausbildung / Berufsbilder | designforum-arnsberg.net

    Auf dieser Seite gibt es Informationen über das Berufsbild des Kommunikationsdesigners.

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Kommunikationsdesign

Antworten zum Bereich Kommunikationsdesign von Stefanie Dassel und Jacqueline Stöber.

a) Was macht ein Kommunikationsdesigner?
SD Ein Grafik- oder Kommunikationsdesigner konzipiert und gestaltet die visuelle Außendarstellung und die Kommunikationsmittel, mit denen ein Unternehmen, eine Institution, ein Auftraggeber mit seiner Zielgruppe in Kontakt tritt. Dazu zählen Logos, Broschüren, Internetauftritte, Newsletter, TV oder Kino-Spots, Präsentationen z. B. auf Messen.
Das Corporate Design sollte der Unternehmenspersönlichkeit und dem Leistungsangebot entsprechen. Deswegen gehört die Entwicklung oder Kenntnis der Corporate Identity mit zum Aufgabengebiet.
JS Ein Kommunikationsdesigner strukturiert Informationen und bereitet Sie visuell auf. Die Tätigkeitsfelder lassen sich grob in den Print und den digitalen Bereich unterteilen. Zum Printbereich gehören beispielsweise die Gestaltung von Büchern und Zeitschriften, der Bereich „Branding“ - die Entwicklung und der Aufbau einer Marke (u.a. Logo, Geschäftspapiere, Informations-/Werbematerial), Plakate, Booklets, Broschüren, Flyer, Produktverpackungen. In den digitalen Bereich gehören zum Beispiel die Themen Internetseiten und Bildschirmpräsentationen.


b) Wie kann man sich auf das Studium vorbereiten? (Hast Du ein Praktikum absolviert? Hältst Du das für sinnvoll? Ist eine abgeschlossene Ausbildung von Vorteil? Wenn ja: in welchem Bereich?)
SD So viel wie möglich gestalten, malen, zeichnen, fotografieren, texten.
Werbespots, Filme, Ausstellungen, Messen, Zeitschriften anschauen.
Eine Mappe mit eigenen Arbeiten erstellen.
IdR wird ein berufsrelevantes Praktikum von 6 Monaten als Zugangsvoraussetzung gefordert. Das ist sinnvoll, weil es einen Einblick in die realen Berufsanforderungen gibt.
Eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich Mediengestaltung, Webdesign wäre eine gute handwerkliche Basis.
JS Ein Praktikum ist an den meisten Hochschulen sowieso Pflicht und ich halte es für sinnvoll. Es bietet die Möglichkeit, den Beruf wirklich kennenzulernen - das Tagesgeschäft. Das Studium zeichnet ein verzerrtes Bild vom Berufsalltag - eine komplette Geschäftsausstattung zu gestalten, dabei freie Hand zu haben und nur sich selbst und den Dozenten zufrieden stellen zu müssen kommt halt nicht jeden Tag vor. Mit diesem Wissen kann man die Freiheit, die einem das Studium bietet, und die wichtig für die eigene Entwicklung ist, noch besser nutzen. Die Zeit zu haben, sich mit einer Sache wirklich zu beschäftigen ohne dabei z.B. aufs Budget achten zu müssen, ist sehr befreiend - insbesondere eben dann, wenn man den realen Berufsalltag vorher schon kennengelernt hat. Genau das hilft einem dann aber auch wieder nach dem Studium, nicht ins kalte Wasser geworfen zu werden, weil man sich mit Budgets nie beschäftigen musste.


c) Welche Inhalte vermittelt das Studium?
SD Das ist je nach Wahl des persönlichen Schwerpunktes unterschiedlich. Es gibt die Bereiche Fotografie, Illustration und Typographie, Gestaltungsgrundlagen, Konzeption. Grundsätzlich sollte im Studium Konzeption, Gestaltung, Marketing, Kunstgeschichte, Mediengestaltung, Technologie enthalten sein. Genaue Inhalte sind in den Studienordnungen einer Hochschule erhältlich.
JS Bei uns wurde vor allem zu Beginn viel Wert auf die Ausbildung der (auch künstlerischen) Grundlagen gelegt. Der Computer, der aus dem Berufsalltag im Grunde nicht mehr wegzudenken ist, kam eigentlich erst ab dem 3. Semester zum Einsatz. Zeichnen, Malerei, Illustration, Skulptur, Fotografie, Typografie, Kunstgeschichte, Farbtheorie - all das gehört zum Studium. Vor allem aber auch: Lernen, selbstständig zu arbeiten, ohne alles vorgesetzt zu bekommen. Problemstellungen zu analysieren. Ausbaufähige Ideen zu haben und daraus Konzepte zu entwickeln.


d) Welche Anforderungen stellt der Beruf (technisches Wissen, handwerkliches Können, etc.)? Welche Eigenschaften sollte jemand haben, der Kommunikationsdesigner werden möchte?
SD
Je mehr Kompetenzen jemand mitbringt, desto besser. Computerkenntnisse sind notwendig und die Neigung gern am Rechner zu arbeiten, da nahezu alles auf digitalem Weg erstellt wird.
Sehr viel Kreativität, konzeptionelles Denkvermögen, zeichnerische und gestalterische Fähigkeiten, trotzdem viel technisches Verständnis, welches für Webapplikationen ebenso wie für Printproduktionen erforderlich ist.
JS Wie schon gesagt - den größten Teil des Tages verbringt man am Rechner. Da ist es schon recht hilfreich, wenn man mit der Technik nicht völlig auf dem Kriegsfuß steht. In den Bereichen Druckproduktion bzw. Internet sollte man sich zumindest Grundkenntnisse aneignen, um mit den Partnern wie Druckern oder Programmierern kommunizieren zu können.
Eigenschaften: Man sollte sich ehrlich für das interessieren, was man macht. Versuchen, sich in den Kunden hineinzuversetzen und noch mehr in die Kunden des Kunden. Bei vielen Projekten ist Koordinationsfähigkeit von Vorteil.
Neugierig sein. Sich interessieren - nicht nur für Design. Kunst, Kultur, Medien, Politik, Geschichte, Sport, Technik. Du kannst nur aus dem Fundus schöpfen, den du hast. Lerne die Menschen kennen, für die du arbeitest - und die, für die sie arbeiten. Scheitern gehört wie überall dazu. Wiederaufstehen, Weiter-, Neu- und Bessermachen auch.

e) Was würdest Du jemandem raten, der gerne Kommunikationsdesigner werden möchte?
SD
Es ist ein schöner, aber auch sehr anspruchsvoller Beruf. Man braucht sehr viel Kreativität und den Wunsch etwas Besonderes und Außergewöhnliches machen zu wollen, um gut zu werden. Es ist gut, die Anforderungen vorher zu kennen, sich die Schule oder Uni und die späteren Arbeitsfelder vorher genau anzuschauen.

f) Gibt es Schwierigkeiten/Dinge in Deinem Beruf, auf die Du gerne besser vorbereitet worden wärst/über die Du Dir gewünscht hättest, aufgeklärt worden zu sein?
SD In den letzten 20 Jahren hat sich die Ausübung des Berufs komplett von einer handwerklichen Arbeit zu einer Arbeit am Computer entwickelt. Das bietet vielfältigste Möglichkeiten, erfordert gleichzeitig ein permanentes Weiterlernen und Aneignen der aktuellen Programmversionen und neuen Möglichkeiten.
JS Hauptsächlich der „Papierkram“. Steuererklärungen, Angebots- und Rechnungsformulierungen und -kalkulation. Der kaufmännische Bereich wurde im Studium fast komplett außen vor gelassen.


g) Was macht Dir an Deiner Arbeit am meisten Spaß?
SD Die Kommunikation mit den Kunden.
Gute Ideen umsetzen zu können.
Gelungene Arbeitsergebnisse anfassen und anschauen zu können.
JS Die Abwechslung. Man darf, wenn man Glück hat, in ganz viele Berufe „reinschnuppern“, kann Vieles kennenlernen. Denn nur wenn man sich wirklich mit dem beschäftigt, was den Auftraggeber beschäftigt, kann man eine für ihn passende Lösung entwickeln.